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Die WHO definiert Burnout in der ICD-11 als einen Faktor, welcher die Gesundheit beeinflusst und mit Arbeitsbedingen verknüpft ist, als QD85 (qualifying diagnosis) Burnout.

Die ICD-11 (Inkraftsetzung 01.01.2022) definiert Burnout wie folgt:

  • „Kapitel 24: Faktoren, die die Gesundheit oder die Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten beeinflussen“
  • „Probleme welche mit der Arbeit oder Arbeitslosigkeit verbunden sind“
  • „QD85 „(qualifying diagnosis) Burnout“
  • „Burnout ist ein Syndrom, welches auf Grund von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich bewältigt wurde, bedingt ist.


Es wird durch drei Dimensionen charakterisiert:

  1. Gefühl von Energieverlust und Erschöpfung
  2. zunehmende mentale Distanz von der Arbeit oder Gefühle von Negativismus oder Zynismus bezüglich der Arbeit
  3. reduzierte berufliche Leistungsfähigkeit. Burn-out bezieht sich spezifisch auf Phänomene im Arbeitskontext und sollte nicht angewendet werden auf Erfahrungen in anderen Lebensbereichen

Link zur ICD-11(englisch):

Burnout wird also nach wie vor nicht als psychiatrische oder somatische Diagnose bezeichnet, sondern als  "qualifying diagnosis" (QD), die zusätzlich zu einer ICD-11 Krankheits-Diagnose kodiert werden kann, um diese spezifischer zu beschreiben oder z. B. ihre Ursachen zu berücksichtigen.
In der aktuell noch gültigen ICD-10 wird Burnout als „Z73.0 Burnout - Zustand der totalen Erschöpfung“ unter der der Kategorie "Probleme bei der Lebensbewältigung" geführt und nicht näher definiert.

Neu in der ICD-11 ist die ausformulierte Definition von Burnout mit einer expliziten Nennung der drei hauptsächlichen Symptomdimensionen und die deutliche Bezugnahme auf arbeitsbedingten Stress. Die ICD-11 übernimmt damit in ihrer Formulierung die Burnoutdefinition von Maslach und Jackson (1981).

Der Vorstand des Schweizer Expertennetzwerk für Burnout begrüsst diese Entwicklung, einerseits weil Burnout durch die explizite Definition eine erhöhte Wertigkeit als gesundheitsrelevante Störung erhält und klarer definiert werden kann, und andererseits weil Arbeitsbedingungen als die Gesundheit beeinflussende Faktoren anerkannt werden und ihnen vermehrt Bedeutung zugemessen wird.

Dr Barbara Hochstrasser, M.P.H.
Präsidentin des Schweizer Expertennetzwerkes für Burnout